Postproduktion
„Wissenswertes aus der Welt der Postproduktion“
Die Postproduktion (englisch: post production) auch Videonachbearbeitung oder Filmnachbearbeitung genannt, umfasst sämtliche Arbeitsschritte der Nachbearbeitung beim Film, Fernsehen und in der Fotografie.
Sie kommt zum Einsatz bei der Herstellung von Kinofilmen, Fernsehprogrammen, Radiosendungen, Werbung, Videos, Tonaufnahmen, Fotografien und in der digitalen Kunst. Es ist ein Begriff für alle Stufen der Produktion, die nach dem Ende der Dreharbeiten / oder Aufnahme bis zur Beendigung des Werks stattfinden.
Zur Postproduktion eines Filmes gehören vor allem der Schnitt und die digitale Nachbearbeitung der Bilder im Computer sowie das Vertonen und Unterlegen der Bilder mit Musik.
Die Arbeitsabläufe in der Postproduktion (engl.: „post production workflow“) unterscheiden sich zum Teil erheblich; je nachdem, auf welchem Material gedreht wurde, wie groß der Anteil von computergenerierten Effekten und Bildern ist („Visual Effects“ und „Computer Generated Imagery“, CGI) und welches Endprodukt herzustellen ist.
Post-Produktion ist Teil des Filmherstellungsprozesses. Postproduktion sind viele verschiedene Prozesse unter einem Namen zusammengefasst.
Diese beinhalten typischerweise:
▪ Bearbeiten von Bildern / TV-Programm
▪ Schreiben, (Wieder-) Aufnahme und Bearbeitung der Tonspur.
▪ Hinzufügen von visuellen Effekten - vor allem Computer-Generated Imagery (CGI) und digitale Kopie, aus denen Filmkopien gemacht werden
▪ Sound Design, Sound Effects, ADR, Foley und Musik, auch als Sound Re-Recording oder Tonmischung bekannt.
▪ Übertragung von Film auf Video oder Daten im Telecine Verfahren und Color Grading.
Normalerweise dauert die Post-Production-Phase länger als die eigentlichen Dreharbeiten des Films, sie kann mehrere Monate dauern.
Postproduktion findet ebenfalls im Bereich der Fotografie statt. Nach der Digitalisierung des Bildmaterials werden in der Postproduktion Farbkorrekturen, Retuschen, Bildoptimierungen usw. vorgenommen.
Die größten Korrekturen werden im Bereich der Werbe, Beauty- und Kosmetik-Fotografie durchgeführt. Hier werden alle Pixel bearbeitet: Komplette Haare, Augen, Mund und die ganze Haut wird neu generiert.
Arbeitsschritte in der Film- und Video-Postproduktion
Die großen Hollywood-Studios, die den Weltmarkt für Kinofilme dominieren, betreiben mit Nachdruck die Digitalisierung der gesamten Filmproduktion von Produktion über die Postproduktion, Distribution bis zur Vorführung. Trotzdem werden Kinofilme weltweit nach wie vor zum überwiegenden Teil auf 35-mm-Filmmaterial gedreht und mit klassischen Filmprojektoren in den Kinos gezeigt: eine über 110-jährige Tradition. Die Arbeitsschritte in der Postproduktion erfolgen dagegen mittlerweile weitgehend digital.
Hier ein Überblick über den herkömmlichen Workflow bei der Produktion von Kinofilmen: Es beginnt mit der Filmentwicklung des belichteten Materials. Das entwickelte Filmoriginal wird auf einem Filmscanner digitalisiert und die Daten werden zusammen mit den schon digital aufgenommenen Original-Tondaten auf Festplatten geladen, um dort mit Hilfe eines digitalen Schnittsystems, beispielsweise dem Avid, Final Cut Pro oder Media100, geschnitten zu werden.
Nach Beendigung des Schnitts erfolgt die Farbbestimmung und das Telecine: Ein Colorist digitalisiert erneut auf einem Filmscanner diejenigen Teile des Filmnegativs, die in der Schnittfassung vorkommen und gibt dem Film dabei seinen so genannten „Look“. Die farbbestimmten Bilddaten werden je nach Konzept des Films mithilfe von VFX (Visual Effects) bearbeitet und durch Vor- und Abspann ergänzt.
Die finale Bildfassung wird dann auf 35-mm-Film ausbelichtet. Davon wiederum wird, ergänzt um die Lichttonspur, eine Nullkopie gezogen, das erste vorführbereite Filmpositiv. Nach einer Testvorführung der Nullkopie und gegebenenfalls Farbkorrekturen im Entwicklungsprozess hat man schließlich ein so genanntes Master, von dem Kopien gezogen und in den Kinos gezeigt werden können.
Wird mit digitalen Kameras gedreht, entfallen die Arbeitsschritte Filmentwicklung und Scannen. Projiziert man mit einem Digitalprojektor, entfallen das Ausbelichten und vor allem das teure Kopienziehen. Wird fürs Fernsehen produziert, ist das Endprodukt typischerweise ein Videoband, das dem Sender als Master dient.
Berufe:
Postproduction Supervisor,
Editor,
Cutter,
Lichtbestimmer,
Compositing Artist,
Colorist,
VFX Artist,
Sounddesigner,
Sound Re-Recording Mixer,
Tonmeister.
Ausbildung:
Um der zunehmenden Digitalisierung im Medienproduktionsprozess gerecht zu werden, wurde der der mehrjährige Ausbildungsgang zum "Mediengestalter Bild und Ton" geschaffen. An mehreren Fachhochschulen entstanden Bachelor-Studiengänge in Medienproduktion oder Medientechnik. Ausbildungen gibt es auch an Film- und Fernsehakademien wie der Bayerischen Fernsehakademie. Eine Weiterbildung von sechs Monaten sowie einen berufsbegleitenden Lehrgang von neun Monaten zur digitalen Medienproduktion bietet die Münchner Journalistenakademie an.
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